09.10.2016 / Auf nach Madeira!

Nun geht’s los, der erste längere Trip. Alles ist vorbereitet, eingekauft, Wasser und Sprit aufgefüllt, alles gut verstaut und fest gezurrt und los geht’s. Mit einer leichten Brise von 4-5 kn Wind schaffen wir trotzdem 4 Knoten Fahrt doch der Tag hat keinen guten Anfang. Als aller erstes hat Lestat sein Frühstück wieder von sich gegeben. Rind mit Tomate, 2-3 Stunden später hing dann Janina übe der Reling und am Abend hat es mich auch noch erwischt. Kreuzwellen, der Wind wurde immer weniger und das Boot schaukelte immer mehr. Als dann der Wind wieder kam musste ich fest stellen, dass bei jeder Böe mein vorderes Unterwand auf der Backbordseite lose vor sich hin schlapperte. Kein gutes Zeichen. Ich unter Deck erst mal alle Püttinge gecheckt doch hier schien alles in Ordnung. an Deck konnte ich auch nichts weiter fest stellen, nichts aufgerissen, alle Wantenspanner in Ordnung, die Drähte in Ordnung, nichts was irgendwie aufgefallen wäre. So hoch am Wind wie wir segeln mussten wurde bei zunehmendem Wind der Druck auf den Mast immer höher und bei jeder Böe erschien mir das Wand mehr zu Wackeln. Wir haben das erstmal das Groß-Segel eingeholt und danach das Want etwas fester gespannt.  Dann kam die erste Nacht, wir waren beide draußen und Lestat kam auch zum kuscheln. Da Janina weiterhin nicht in der Lage war Nachtwache zu halten hab ich mich mit 15 Minuten Schläfchen durch die Nacht gebracht. Hier war ganz schön was los, viele große Schiffe aber nichts was uns zu Nahe gekommen wäre, einer hat sogar seinen Kurs für uns geändert. Am Morgen hab ich erst mal Kartoffelbrei gemacht, nach so einer kalten Nacht genau das richtige. Dann kam das nächste Problem, die Batterien auf 66% runter und das bei 4 Solarpanelen mit insgesamt 520 Watt Leistung… Also erst mal den Motor an, Autopilot aus  und Batterien laden. Nachdem wir nun beide Seekrank waren und unter Appetitlosigkeit litten und uns mit Kopfschmerzen durch den Tag brachten kam uns eine Geschäftsidee. „Kommen Sie mit uns, drei Wochen Atlantik-Tour und Sie kommen rank und schlank zurück. Abnehm Radikalkur mit Erlebnis-Trip.“ HAHA. Die zweite Nacht wieder mit 15 Minuten Schläfchen gut rum gebracht, Nina geht es immer noch nicht besser. Nachdem meine Kopfschmerzen immer noch nicht weg gehen wollten hab ich es mal mit Koffein probiert, das hat dann endlich geholfen. Am dritten Tag dann erst mal frische Wetterdaten abgerufen. Der Wind stand extrem gut für uns und sollte auch so bleiben, sodass wir schnell voran kamen. am Abend gab’s dann Pizza und einen Film, Nina ging es etwas besser. Schade, dass die Pizza schlecht war, kommt echt gut wenn man eh schon ständig an der K…..Grenze ist. Die Nacht wurde dann sehr unruhig, viel Welle, heftiger Wind  der sich nicht wie angekündigt drehen wollte. Am morgen gegen 04.00 Uhr war an 15 Minuten Schlaf nicht mehr zu denken. Nina wieder Seekrank und mir ging’s auch nicht so besonders. Der vierte Tag ging dann mit heftigem Wind weiter und wir mussten immer höher an den Wind was zur Folge hatte, dass mein Want wieder heftig zu schlappern anfing. Ständig lief die Welle übers Boot und als ich meine anderen Schuhe aus dem Schrank holen wollte alles nass. Im Kleiderschrank und im Badezimmershrank, wo die Püttinge rein kommen, war dann auch überall Wasser, ganz toll…….Mit diesem Rig nach Madeira weiter zu segeln wäre Wahnsinn gewesen denn der Wind drehte nicht wie versprochen. Nach Rücksprache mit meinem Bruder änderten wir dann kurz entschlossen unsere Pläne und machten uns bei halbem Wind um 14:30 Uhr auf nach Lanzarote. Ich hab dann nochmal die Püttinge, die Wantenspanner und alles andere untersucht aber nichts auffälliges zu sehen. Trotzdem mach ich mir Sorgen. Nina hat wieder Kopfschmerzen und ist weiterhin nicht Einsatzfähig. Die vierte Nacht wurde dann sehr hart. Die Eieruhr in meiner Hand, direkt an meinem Ohr konnte mich aus meinem Tiefschlaf nicht mehr aufwecken. Die 15 Minuten Schläfchen machen einem nach ein paar Nächten ganz schön zu Schaffen. Wir haben dann die Strategie geändert. Nina hat die Eieruhr übernommen und mich nach 15 Minuten geweckt, das ich meinen Rundumblick machen konnte. Das hat dann funktioniert. Das Energieproblem besteht weiterhin und wir müssen langsam an unseren Spritverbrauch denken. Der letzte Reservekanister ist eingefüllt und für das anstehende Hafenmanöver brauchen wir ja auch noch was. Der Wind meinte es dann aber halbwegs gut mit uns und wir sind dann am sechsten Tag am späten Nachmittag in Arrecife auf Lanzarote gut angekommen.

 

 

2 thoughts on “09.10.2016 / Auf nach Madeira!

  1. Das hört sich alles so spannend an. Wahnsinn. Passt mal gut auf euch auf. Die Geschaftsidee ist ja mega. Kotz dich frei und nimm ab dabei..hihi. Alles LIEBE euch beiden.

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