23.09.2016 / Gefährliches Tauwerk

In Sagres haben wir für eine Nacht im Ankerfeld gelegen. Beim Landgang waren wir nur eine Kleinigkeit essen und in einigen Läden nach gebrauchten Stand up Paddel Bords fragen. Leider ohne Erfolg. Ich hätte schon gerne so ein Bord um etwas umher zu paddeln. Naja ich werde die Augen offen halten.

Am nächsten Tag ging’s dann nach Salema. Eigentlich ein Katzensprung, eigentlich… Eine gelbe Tonne, sonst nichts, ganz weit hinten schwarze Tonnen und ein paar kleinere Gelbe, alles kein Problem, dachten wir. Plötzlich dicke Taue im Wasser, so schnell konnten wir gar nicht reagieren waren wir auch schon über eins drüber gefahren und es ist zwischen gemäßigtem Langkiel und Ruderblatt stecken geblieben. Wir haben dann Blitzschnell die Segel rein geholt um keine Fahrt mehr zu machen und versucht mit dem Bootshaken das Seil raus zu bekommen. Arethusa hat sich dann bei der nächsten Welle selbst befreit aber nun steckten wir in einem riesigem Geflecht aus Seilen die wie Pizzastücke miteinander verbunden waren. Wir haben dann den Motor angemacht und Nina und ihr Freund haben sich vorne Ausguck gehalten und mir Anweisungen gegeben. Wir sind dann an den Seilen entlang gefahren und haben nach einiger Zeit eine Stelle gefunden an er das Seil tiefer im Wasser hing. Dort sind wir dann drüber und waren aus dem Schlamassel endlich raus. Doch das nächste Pizzastück war schon kurz vor uns und nur mit viel Glück ist es uns gelungen hier nicht auch noch rein zu fahren. Nach kurzer Zeit kam uns ein anderer Segler entgegen und ich wollte ihn über Funk warnen, doch er hat mir nicht geantwortet und ist auch da rein gefahren. Über AIS hab ich aber sehen können dass er auch wieder raus gekommen ist.

Nun konnte es weiter gehen. Ninas Freund hat die Segel wieder raus geholt, Genuaschot um die Winsch, mit der Kurbel fest gezogen… da hängt doch was… noch mal alle Manneskraft eingesetzt und… Windhutze abgerissen. Wieder mal was zu reparieren, hatten wir doch schon lange nicht mehr 😉

Salema ist ein ganz kleiner Ort ohne Hafen und in der Bucht lagen zwei kleine Fischerboote und nun noch unser Boot.

Die Tante von Ninas Freund, Martina wohnt in Salema und führt hier das Restaurant Boja. Wer je nach Salema kommt muss dort unbedingt essen gehen denn soooooo lecker habe ich lange nicht gegessen. Am ersten Abend Fisch am Zweiten Steak beides ein Gedicht.

Auch hier hatten wir wieder das Dingi Strand Problem, beim aussteigen hat’s mir den Boden unter den Füssen weg geschwemmt und ich lag komplett im Wasser, alles klatsch nass. Was für eine Gaudi und Strandkino für alle gratis.

Die nächste Fahrt ging nach Lagos und wir haben Martina und ihr Mann eingeladen uns auf dieser Fahrt zu begleiten. Wieder mal ein wunderschöner Segeltag mit strahlend blauem Himmel, 2-3bf Wind und nach 1 1/2 Stunden waren wir schon da. Wir haben uns etwas weiter draußen einen schönen Ankerplatz ausgeguckt direkt vor den Grotten. Lagos ist bekannt für seine Grotten und überall werden Bootsfahrten angeboten. Was die können, können wir schon lange. Dingi zu Wasser gelassen, Motor dran und ab ging’s. Man muss gut aufpassen den überall liegen Felsen im Wasser an denen so ein Schlauchboot schnell aufgeschlitzt ist. Wir sind den anderen Booten immer hinter her gefahren und waren somit auf der halbwegs sicheren Seite. Eine tolle Fahrt wenn auch zum Schluss die Wellen immer höher wurden und wir ganz schön nass wurden. Der Wind ist dann doch kalt und gegen Abend wird es immer recht frisch.

Da der Anker nicht gehalten hat mussten wir nochmal verholen und sind diesmal etwas näher an den Hafen gefahren um es beim Landgang nicht so weit zu haben. All zu lange sind wir dann auch nicht in Lagos geblieben.

Wir also Sonntag recht früh los, den ganzen Tag Zeit bis nach Faro zu kommen nur ohne Wind sollte das schwierig werden. Da ich keine Lust hatte zu motoren haben wir beschlossen in Vilamoura raus zu gehen und er den Rest mit dem Zug fährt.

Hier nochmal ein Dankeschön an Ninas Freund, für die Unterstützung und angenehme Zeit.

Nina hat dann ihren Freund noch zum Bahnhof gebracht und ich hab in dieser Zeit das Boot von Salzwasser befreit und meine Windhutze repariert. Als ich so mitten am Wurschteln war hörte ich ein leises „Mama“. Ich um mich geschaut, nichts, dann wieder „Mama“, da seh ich mein Kind auf dem Steg sitzen mit den Füssen im Wasser. Ich frag sie: „Was machst du da?“ und sie: „Füsse kühlen“ und ich „Warum?“ und sie: „ohne Schuhe gelaufen und dicke Brandblasen an den Fußsohlen, kannst du mir helfen ich kann nicht mehr laufen“ Ich gebe ja zu, ich musste erst mal herzhaft lachen auch wenn Janina gar nicht zum lachen zu mute war. Gott sei dank hat das Kühlen und Auftragen von Brand- und Wundsalbe recht schnell geholfen und am nächsten Tag konnte sie wieder auftreten.

Vilamoura….. einmal und nie wieder. Man merkt deutlich, dass man dem Mittelmeer näher kommt. Motoryachten in allen Größen mit auf dem Parkplatz dazugehörigen dicken Autos. Menschen, die egal wie es aussieht sich in viel zu engen Kleidern auf der Promenade sehen lassen um zu zeigen was man hat. Am Strand gibt’s dann kein Eis mehr sondern Champagner und irgendwie war das gar nicht meins. Das ganze gab’s für 60,00€ die Nacht mit gratis Smog Alarm wenn morgens die Ausflugsboote die Leute zum Speedboot fahren und anderen diversen Wasser-Abenteuern abgeholt haben. Wenn dann am Abend wieder alles ruhig war kamen die Angler rein und haben Smog-Alarm durch penetranten Fischgeruch ersetzt. Was man für 60,00€ alles haben kann.

Blos weg hier….

Wir sind dann gleich am nächsten Tag wieder weg und wieder in die andere Richtung nach Albufeira gefahren. Wir werden jetzt ein paar Tage hier bleiben und uns nächste Woche nach Madeira aufmachen.

 

 

 

One thought on “23.09.2016 / Gefährliches Tauwerk

  1. Liebe Petra und liebe Nina,
    nun habe ich es auch auf euren Block geschafft.
    Es war eine wunderschöne Zeit mit euch in Albufeira und ich freue mich riesig, euch eines Tages wieder zu sehen. Habt bis dahin eine wundervolle Zeit, viele schöne Erlebnisse, Wind aber nicht zu viel und keine Reparaturen!
    Ihr seid 2 tolle Frauen und ich bin froh euch kennen gelernt zu haben.

    Alles Liebe und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel
    Ines von der SY Kopernik

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